Ich habe immer davon geträumt mir ein Alltagskleid zu schaffen, das abstrakte Merkmale der Bregenzerwälder Juppe aufgreift und modern interpretiert: Der blaue Streifen im schwarzen Faltenrock, der „Bleatz“ als Miederschmuck – überhaupt diese stolzen, lebensklugen, oft sehr humorvollen Frauen aus dem Bregenzerwald: Mich hat das immer wahnsinnig fasziniert, und mit gewissem Selbstbewusstsein sehe ich mich selbst in ihrer Tradition.




In meiner Familie gibt es natürlich echte Juppen(-kultur), klar – ich habe hier darüber geschrieben. Aber im Alltag trägt man die echte Juppe nicht: Viel zu aufwendig, zu unbequem, zumal als Frau mit Bregenzerwälder Wurzeln, die es berufs- und der Liebe wegen nach Wien verschlagen hat. Aber ich dachte immer – ein Alltagskleid, das zart an die Tracht erinnert – das würde ich mit einem gewissen ironischen Augenaufschlag sehr wohl und auch sehr gerne tragen.
Blieb nur ein Problem: Ich kann nicht nähen. Also wirklich so gar nicht, ich habe hier darüber geschrieben. Ich kann einen Knopf annähen, das schaffe ich gerade noch so, aber dann ist fertig. Allerdings habe ich etwas anderes: Eine ungemeine Lust am Dilettantismus! Ich probiere gerne Sachen aus, bei allen Projekten, auch bei meinen literarischen und musikalischen frage ich mich stets, nicht „Geht das noch schöner?“ sondern „Geht das noch einfacher?“. So wars getan.



Ich habe mir selbst mit Isolierband, UHU Alleskleber und viel Mut zur Improvisation meine eigene Version der Bregenzerwälder Juppe erschaffen, oder sagen wir: Einige erste Prototypen. Mein Mann, der all meinen Wahnsinn unterstützt hat Fotos davon gemacht, und meine Mutter hat mich beraten (obwohl ihr teilweise wohl die Haare zu Berge standen). Ich werde versuchen hier ein wenig von dem Prozess der Entstehung zu dokumentieren.
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