Khörig sein, oder auch ghörig, ist eines der obersten Lebensprinzipien der Vorarlberger, Kelsen hätte vermutlich gesagt, die Vorarlberger Grundnorm. Ich schreibe das Wort grundsätzlich mit K, weil man es so spricht, was Nicht-Vorarlberger etwas vom Ursprung des Wortes GEHÖRIG ablenken könnte.
Dinge, die khörig sind, gelten als sittlich, moralisch anständig, ordentlich, angemessen, richtig und den lokalen Gepflogenheiten entsprechend. In einem weiteren Sinne wird es auch als Größenmaß („a khörige Portion Speck“), Längenmaß („a khörigs Stuck bis Schoppernau“) und Gradmesser für Stabilität und Verfestigtheit einer Sache („a ghörige Wand/Hütte/Straße“) verwendet. Fernere Verwandtschaft im Gebrauch sehe ich tatsächlich beim Wort zünftig („a zünftige/khörige Lederhose“, a „zünftige/khörige Feier“ oder auch „a zünftige/khörige Watsche“), das auch mit fachgerecht, fachgemäß übersetzt wird.
Was ist, und wie wird man khörig?
- Tua wia d Lüt, denn goht am wia dLüt
(Mach es wie die anderen Leute, dann geht es dir ebenso, oder auch „When in Rome, do as the Romans do!“). - Höre auf dine Mama. D Mama woaß allat was ghörig isch.
Kann man auch als Nicht-Vorarlberger khörig werden, quasi „Khörig h.c.“?
Nun ja, über diese Frage streiten sich die Schulen. Sagen wir, durch lange, bemühte Übung vielleicht.











